Grundsätzliches bei der Geistherstellung

  1. Es müssen für die Geistherstellung frische Früchte verwendet werden. Dies wird durch den zuständigen Zollbeamten kontrolliert. Werden die Früchte über mehrere Tage hinweg gesammelt, dann müssen die Früchte gekühlt oder sogar eingefroren werden, damit nicht eine Gärung einsetzt.

  2. Es muß Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs verwendet werden. Dieser ist gereinigt und hat einen Mindestalkoholgehalt von 96%vol. Somit scheiden eigene Destillatfraktionen aus. Neutralalkohol muß vom Brenner zugekauft werden.

  3. Die Früchte werden vorsichtig aber gründlich zerstossen, damit der Alkohol möglichst viele Aromen erreicht. Der Fruchtbrei wird dann im Verhältnis 3 Teile Frucht : 1 Teil Alkohol mit Neutralalkohol überdeckt und ggf. mit Wasser ganz aufgefüllt.
    Als Behältnis eignen sich Edelstahlbehälter, keine Kunststoffbehälter zum Auslaugen verwenden.

  4. Die angesetzten Früchte verbleiben bedeckt ein bis drei Tage im Alkohol. Der Ansatz sollte bei etwa 16°C stehen und gelegentlich durchgerührt werden. Den fertigen Ansatz nicht lagern, sondern möglichst bald abbrennen. Vor dem Brennen wird der Ansatz 1:1 mit Wasser verdünnt. Da der Neutralkohol bereits versteuerter Alkohol ist, wird beim zuständigen Zollamt ein Feinbrand angemeldet. Dies geschieht, wenn möglich, direkt beim Beamten der das Ansetzen überwacht.

  5. Beim Brennen sollte sehr langsam und schonend verfahren werden. Nur bei absolut perfekten Früchten können Böden und Dephlegmator ausgeschaltet werden.  Ansonsten ganz normal mit eingeschalteten Böden und Dephlegmator destillieren. Erfahrungsgemäß ist der Vorlaufanteil wesentlich geringer als bei Bränden . Bei der Nachlaufabtrennung trotzdem aufpassen und sensorisch abtrennen.
  6. Wer die Möglichkeit hat, kann mit einem Siebboden oben in der Brennblase frische Rohstoffe, z.B. frische Kräuter bei Kräutergeisten für ein noch intensiveres Aroma, einbringen. Hier sind der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt.

  7. Das Herabsetzen erfolgt wie beim Brand, eine Filtration ist unnötig.

  8. Da Geiste oft die flüchtigen und nicht sehr lagerfähigen Aromen von Beeren und dgl. enthalten sollte die Lagerung kühl und in vollen Gebinden erfolgen.
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