Ein Test verschiedener alkalischer Brennereireiniger

von Thomas Auer und Wolfram Renner

In unserem ersten Test mit Brennereireinigern vom Juli 2010 haben wir festgestellt, daß nur die zweiteilige Brennereireinigung mit Lauge und dann Säure wirklich erfolgreich war. Nur wer zuerst die öligen und angebrannten Rückstände in der Brennerei löst, kann anschließend durch die Säure eine aktive und blanke Kupferoberfläche erwarten. 

Nun gibt es verschiedene alkalische Brennereireiniger auf dem Markt. Wir haben die folgenden getestet und verglichen.

Trital-Fix von Schließmann mit anschließender Neutralisation durch handelsübliche Zitronensäure
erhältlich bei: Opens external link in new windowwww.grossmannonline.de
Inhalt 2kg, pulverförmig, ausreichend für eine Reinigung einer 150l Brennereianlage
Enthält: Natriumhydroxid, 15-30% Tenside, <5% anionische Tenside
Kosten:
Trital-Fix 2kg 15,50€
2kg Zitronensäure 14,76€

Brennblasenreiniger von Wigol mit anschließender Neutralisation durch handelsübliche Zitronensäure
Erhältlich bei Opens external link in new windowwww.gwein.de
Gebinde mit 6kg oder 12kg, pulverförmig, 6kg reichen für zwei Reinigungsbrände (3%ig)
Enthält: Natriumhydroxid, Ethylendiamintetraacetat, Tetranatriumsalz/Alkylarylsulfonat
Kosten: für einen Reinigungsbrand benötigen wir 3kg = 15,99€  (Gebinde 6kg = 31,98€ oder 12kg = 56,40€)
2kg Zitronensäure 14,76€

HB-A Brennblasenreiniger von Hörbie mit anschließender Neutralisation durch handelsübliche Zitronensäure

Inhalt 5l, flüssig - ausreichend für eine Reinigung einer 150l Brennereianlage
Enthält: 45>%Natronhydroxid, 5>% Kaliumhydroxid, 3-8% nichtionische Tenside
Kosten:
HB-A Brennblasenreiniger 66,65€
2kg Zitronensäure 14,76€

 

Beim Test dieser alkalischen Reiniger möchten wir die Fähigkeit ölige und angebrannte Rückstände in der Brennerei zu lösen untersuchen. Hierfür bestreichen wir für jeden Test 3 Edelstahlscheiben mit verschiedenen Maischen (Kirschmaische, Mirabellenmaische, Birnenmaische und Getreidebrei) und lassen die Scheiben 2 Stunden bei 150°C im Backofen trocknen/einbrennen. Zusätzlich bestreichen wir je eine der drei Scheiben vor den Einbrennen mit Sonnenblumenöl.

Als Testanordnung legen wir eine Scheibe in der Brennblase auf ein angebrachtes Lochblech, sowie zwei weitere Scheiben (eine davon ist die ölige Scheibe) in den untersten Boden (Kotzboden) der Kolonne.
Damit können wir in etwa die Bereiche in denen die gröbsten Verschmutzungen vorherrschen kontrollieren.

Trital-Fix

Gebrauchsanweisung auf der Packung:
"Brennblase mit ca. 100l kaltem Wasser befüllen und Packungsinhalt vorsichtig einrühren. Deckel schließen, Glockenböden öffnen und Kühlsystem ausschalten. Brenngerät von der Blase her oder durch das oberste Schauglas bis zum 2. Boden auffüllen. Schauglas wieder verschließen. Reinigungslösung auf 75-80°C erwärmen. Nach Möglichkeit Wasser zugeben bis Reinigungslösung aus der Vorlage abfließt. 1Stunde einwirken lassen, dann Reinigungslösung vorsichtig ablassen. Nach dieser alkalischen Hauptreinigung empfiehlt sich eine saure Nachreinigung nach derselben Vorgehensweise jedoch mit einer kalten Lösung von 2kg Zitronensäure in Wasser und 15Minuten Einwirkzeit. Brenngerät mit ausreichend Frischwasser durchspülen um Rückstände der Reinigungslösungen restlos zu entfernen und bei Bedarf eine Wasserdestillation durchführen."

Unser Reinigungsablauf:
1. Wir plazieren die vorbereiteten Scheiben
2. Wir befüllen die Blase mit 100l kaltem Wasser und lösen den gesamten Beutel (2kg) Trital Fix darin.
3. Nun erhitzen wie die Blase auf ca. 80°C und füllen langsam mit Wasser (über einen Klemmstopfen am Auslauf) den Rest der Blase und den Verstärker bis die Trital Fix-Lösung an der Vorlage abläuft.
4. Nach einer Stunde Einwirkzeit lassen wir die gesamte Lösung ablaufen, spülen von der Vorlage her mit kaltem Wasser durch und lassen die Anlage abkühlen.
5. In der abgekühlten Brennblase füllen wir Wasser ein und rühren 2kg Zitronensäure an. Anschließend befüllen wir die gesamte Anlage wieder vom Schlempeauslauf her. Wie in der Anleitung empfohlen lassen wir die Lösung 15min einwirken. Nach dem Ablassen der Zitronensäurelösung spülen wir nochmals mit kaltem Wasser durch und entnehmen unsere Testscheiben.

Aus Gründen der Sicherheit verwenden wir einen Klemmstopfen um die Anlage von der Blase her befüllen zu können und nicht mit der Lauge an den Schaugläsern hantieren zu müssen.

Gesamte Arbeitszeit: ca. 1,5h für die alkalische Reinigung mit Tital Fix und nochmals  45min für die saure Reinigung mit Zitronensäure. Gesamtdauer ca. 3h.

Ergebnis: nahezu vollständig saubere Testkörper,  überall gleiche Reinigungswirkung.

Fazit: Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend alle Scheiben sind nahezu sauber, nur einzelne winzige Anhaftungen sind geblieben die sich aber problemlos abspülen lassen. Auch die Öl - eingebrannte Scheibe ist sauber und fett/ölfrei.

Brennblasenreiniger von Wigol

Gebrauchsanleitung auf dem Eimer:
Reinigungsbrand- ca. 100l einer 2-4%igen Lösung durch das Schauglas in die einzelnen Fraktionen (bis zum zweiten Kochboden) einfüllen und aufkochen (75-80°C). Wasser hinzugeben bis die Reinigungslösung an der Vorlage abfließt. Einwirkzeit: 30-60min. Nach der Anwendung ist zur Entfernung von Rückständen gründlich mit Trinkwasser nachzuspülen.

Unser Reinigungsablauf:
1. Wir plazieren die vorbereiteten Scheiben
2. Wir befüllen die Blase mit 100l kaltem Wasser und lösen 3kg Wigol Brennblasenreiniger darin. 
3. Nun erhitzen wie die Blase auf ca. 80°C und füllen langsam mit Wasser (über einen Klemmstopfen am Auslauf) den Rest der Blase und den Verstärker bis die Wigol-Lösung an der Vorlage abläuft.
4. Nach einer Stunde Einwirkzeit lassen wir die gesamte Lösung ablaufen und spülen von der Vorlage her mit kaltem Wasser durch und lassen die Anlage abkühlen.
5. In der abgekühlten Brennblase rühren wir eine 2%ige Zitronensäurelösung an (auf die Gesamtanlage gerechnet) und neutralisieren die gesamte Anlage wieder vom Schlempeauslauf her. Nach dem Ablassen der Zitronensäurelösung entnehmen wir unsere Testscheiben aus dem Verstärker.

Aus Gründen der Sicherheit verwenden wir einen Klemmstopfen um die Anlage von der Blase her befüllen zu können und nicht mit der Lauge an den Schaugläsern hantieren zu müssen.

Gesamte Arbeitszeit: ca. 2h für die alkalische Reinigung mit dem Wigol Brennblasenreiniger und nochmals  45min für die saure Reinigung mit Zitronensäure. Gesamtdauer ca. 3,5h.

Ergebnis: nahezu vollständig saubere Testkörper,  überall gleiche Reinigungswirkung.

Fazit: Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend alle Scheiben sind nahezu sauber, nur einzelne winzige Anhaftungen sind geblieben die sich aber problemlos abspülen lassen. Auch die Öl - eingebrannte Scheibe ist sauber und fett/ölfrei. Der Wigol Brennblasenreiniger schäumt ziemlich stark. Dadurch ist das Rückspülen des Reinigers etwas länger ausgefallen.

HB-A Brennblasenreiniger

Anwendungsbeschreibung auf dem Kanister
Das Brenngerät als erstes von den gröbsten Verschmutzungen wie Maischereste usw. befreien. Danach Brennblase mit ca. 100-120l Wasser befüllen. 5 Liter HB-A Brennblasenreiniger sehr vorsichtig dazugeben. Brennblasendeckel schließen. Alle Glockenbödenöffnen und das Kühlsystem abschalten.
Jetzt füllen Sie die Anlage von der Brennblase aus mit kaltem oder warmen Wasser bis zum 2. Boden. Sollte eine Befüllung von der Brennblase aus nicht möglich sein, befüllen Sie über das oberste Schauglas mit der in der Brennblase gemischten Lösung. Schauglas dicht verschließen und die HB-A Brennblasenreinigerlösung auf mindestens 80°C erhitzen. Nach der Erwärmung der Reinigungslösung geben Sie noch etwas Wasser dazu bis die Reinigungslösung ausdr Vorlage abfließt, die ist wichtig, damit auch der Dephlegmator, Geistrohr und Kühler mit der Reinigungslösung in Kontakt kommt.
Der HB-A Brennblasenreiniger mindestens 1,5 Stunden einwirken lassen.
Jetzt lassen Sie die Reinigerlösung vorsichtig ablaufen. Um die ablaufende Reinigerlösung zu neutralisieren, fügen Sie der ablaufenden Reinigerlösung ca. 1 Liter KSR Spezialreiniger, oder Zitronensäure zu. KSR einfach mit in den Ablauf geben, damit wird eine einwandfreie Neutralisation erreicht.
Ganz wichtig: Deckel erst nach vollständiger Entleerung des Brenngeräts öffnen.
Zur Neutralisation der gesamten Anlage geben Sie bitte 4Liter KSR - alternativ 5-6Kg Zitronensäure in die Brennblase und befüllen die gesamte Anlage wieder mit dem KSR Gemisch. Dabei wieder darauf achten, daß Flüssigkeit aus der Vorlage austritt. KSR-Spezialreiniger, der die Anlage neutralisiert und nochmals eine starke Reinigungswirkung hat, ca. 20 Minuten einwirken lassen und dann vorsichtig ablassen.
Jetzt spülen Sie die gesamte Anlage gründlich durch, um alle Reste der Reinigungslösungen zu entfernen.

Unser Reinigungsablauf:
1. Wir platzieren die vorbereiteten Scheiben
2. Wir befüllen die Blase mit 100-120l kaltem Wasser und lösen vorsichtig den gesamten Kanister HB-A Brennblasenreiniger darin. Anschließend füllen wir die Anlage über einen Klemmstopfen am Auslauf bis zum 2. Boden mit Wasser.
3. Nun erhitzen wie die Blase auf ca. 80°C und füllen weiter mit Wasser (über einen Klemmstopfen am Auslauf) den Verstärker bis die HB-A Lösung an der Vorlage abläuft.
4. Nach 1,5 Stunden Einwirkzeit lassen wir die gesamte Lösung ablaufen und spülen von der Vorlage her mit kaltem Wasser durch und lassen die Anlage abkühlen.
5. In der abgekühlten Brennblase rühren wir 6kg Zitronensäurelösung an und befüllen die gesamte Anlage wieder vom Schlempeauslauf her. Wir lassen die Lösung 20min einwirken. Nach dem Ablassen der Zitronensäurelösung spülen wir nochmals mit Wasser durch und entnehmen unsere Testscheiben aus dem Verstärker.

Gesamte Arbeitszeit: ca. 2,0h für die alkalische Reinigung mit dem HB-A Brennblasenreiniger und nochmals  45min für die saure Reinigung mit Zitronensäure. Gesamtdauer ca. 3,5h.

Ergebnis: nahezu vollständig saubere Testkörper,  überall gleiche Reinigungswirkung.

Fazit: Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend alle Scheiben sind nahezu sauber, nur einzelne winzige Anhaftungen sind geblieben die sich aber problemlos abspülen lassen. Auch die Öl - eingebrannte Scheibe ist sauber und fett/ölfrei.

Zusammenfassung:

Das Ergebnis dieses Test läßt sich kurz und bündig zusammenfassen:
Alle drei Reiniger haben in der dargestellten Versuchsanordnung gut gewirkt. Auch in den einzelnen Anwendungszeiten bzw. der Dauer der gesamten Reinigungsvorgangs unterscheiden sie sich nur unwesentlich.

Der größte Unterschied macht sich bei den Kosten bemerkbar. Während der   der TritalFix 15,50Euro für einen Reinigungsbrand kostet und der Wigol Brennblasenreiniger vergleichbar bei etwa 15,99Euro (bei Kauf des 6kg-Gebindes) liegt, landet der HB-A Brennblasenreiniger mit 66,60Euro kostentechnisch doch weit abgeschlagen auf Rang drei.

Ein weiterer Unterschied ist die Frostempfindlichkeit. Der flüssige HB-A Brennblasenreiniger darf nicht Frost ausgesetzt werden. Die beiden pulverförmigen Reiniger von Wigol und Schliessmann sind hier nicht empfindlich.

Beim Test sind bei allen Reinigern kleine Reste an den Scheiben haften geblieben die sich aber mühelos mit einem Schwamm entfernen ließen. Grundsätzlich empfiehlt es sich also nach der alkalischen Reinigung mit einem Scheuerschwamm zusätzlich manuell zu reinigen. So können auch letzte Reste leicht entfernt und abgespült werden. Bei besonders stark verschmutzten Anlagen kann zuvor schon die Einwirkzeit des alkalischen Reinigers etwas verlängert werden.

 

Auch bei diesem Test möchten wir darauf hinweisen:
Dieser Test ist ein Praxistest und keine wissenschaftliche Abhandlung. Alle Aussagen in diesem Test stellen unsere persönliche Meinung und Erfahrung dar.
Wir freuen uns aber über die Erfahrungen anderer Brenner. Tipps, Produktempfehlungen und eigene Erfahrungen bitte an info@brennerei-wissen.de

 

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