Der Katalysator - einfaches Bauteil mit grosser Wirkung

Ein Katalysator hat die Funktion, unerwünschte Säuren und Ethylcarbamat durch Reaktion mit dem Kupfer zu neutralisieren. Es wird allgemein angenommen, daß Destillate die mit Katalysator gebrannt wurden harmonischer wirken. Wissenschaftlich untermauert sind dies Erfahrungen momentan noch nicht. Erwiesen ist aber die Reduzierung von Ethylcarbamat in Steinobstbränden.

Ein Katalysator ist ein Behälter mit innen großer Kupferoberfläche die durch Lamellen, Draht/Blechbündel oder kleine Kupferwürfel (Kupferkartuschen) erreicht wird. Die Wirksamkeit eines Katalysators ist sowohl abhängig von der Größe der Kupferfläche, als auch von der Verweildauer der Alkoholdämpfe im Kontakt mit dem Kupfer. Es ist ebenfalls durchaus von Vorteil, wenn der Katalysator nach Bedarf Zu- und Abgeschaltet werden kann und z.B. die meist fuselöligen Nachläufe nicht durch den Katalysator müssen. Auf jeden Fall muß ein Katalysator nach jedem Brand mit Heißwasser gespült werden und regelmäßig auf eine aktive Kupferoberfläche kontrolliert werden. Was nützt eine riesige Kupferoberfläche die nicht auf Ihre Wirksamkeit hin überprüft werden kann. Nur mit einer blanken, aktiven Kupferoberfläche ist die Funktionalität des Katalysators gewährleistet.

Ein Katalysator kann auf den Dephlegmator aufgesetzt oder zwischen Dephlegmator und Geistrohr angebracht werden. Die meisten alten Brennereien verfügen nicht über einen Katalysator. Es ist deshalb von Vorteil, wenn ein Katalysator auch an ältere Brennereien nachgerüstet werden kann. Alle Brennereihersteller bieten zwischenzeitlich eigene Konstruktionen an. Es lohnt sich durchaus die einzelnen Konzepte zu Vergleichen und ein für die eigenen Bedürfnisse geeignetes Gerät anzuschaffen.

Anforderungen an den Katalysator:

- Möglichst große Kupferoberfläche im Katalysator

- Möglichst lange Kontaktzeit der Alkoholdämpfe mit dem Kupfer

- Zu- und Abschaltbar (Nachlauf nicht durch den Katalysator)

- Heißwasserspülung

- Visuelle Kontrolle der aktiven Kupferoberfläche wichtig

- an bestehende Brenngeräte nachrüstbar

Der Kugelkatalysator

Auf der Fruchtwelt 2012 hat der Brennereianlagenhersteller Bernd Müller einen neuen Katalysator vorgestellt. Müller setzt hierbei auf eine einfache Technik wie sie auch in anderen Branchen angewendet wird, nämlich auf die kontinuierliche Herstellung einer blanken Kupferoberfläche durch einen mechanischen Reibevorgang. Durch spezielle Keramikteile die an den Kupferteilen reiben wird eine permanent blanke Oberfläche erzielt. Ganz ohne chemische Reinigung und immer sichtbar sauber!

Der neue Kat von Müller besticht zunächst durch seine Kugelform. Senkrecht in die Kugel ist eine Schnecke eingebaut welche über einen regelbaren Motor angetrieben wird. Diese Schnecke fördert kontinuierlich Kupferringe und Keramikteile vom Kugelboden nach oben. Mit diesem sehr langsamen Mischvorgang bleiben die Kupferringen vollkommen blank. Über ein Schauglas kann der Brenner den Vorgang beobachten und kontrollieren.

Durch die Füllmenge der Kupfer- und Keramikteile und durch die Mischgeschwindigkeit kann der Brenner den Kat einfach und wirkungsvoll an seine Bedürfnisse anpassen. Dieser Kat kann auch in bestehende Anlagen nachgerüstet werden.

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