Faltenfilter

Die einfachste Möglichkeit für Kleinstmengen. Das gekühlte Unfiltrat wird durch einen Poly-Fix Filter mit feinporigem (Für Spirituosen) Faltenfilter filtriert. Über diesen Faltenfilter werden allerdings nur Festbestandteile und Ausflockungen zurückgehalten. Eine Einlagerung von Trubstoffen wie bei Tiefenschichtenfiltern findet nicht statt.

Anschwemmfilter

Der Anschwemmfilter war bis 1993 der beliebteste Filter der Kleinbrenner. Das damalige sehr bewährte Filtermaterial wurde leider aufgrund des Asbestgehaltes verboten.

Nach wie vor ist die Anschwemmmethode zur Filtration einfach. In einem Zylinderfilter hängt ein feinmaschiger Perlonbeutel. In diesen gießt man in Unfiltrat vorgequollene, klumpenfreie Filtermasse bis sich die gesamte Beutelwand mit Filtermasse verkleidet  hat. Bis zu diesem Zeitpunkt läuft trübes Destillat ab das erneut vorsichtig (nichts aufwirbeln!)  in den Filter gegeben wird. Sobald die Filterschicht den Perlonbeutel richtig auskleidet muß das Destillat durch die Filtermasse und der Trub bleibt darin haften. Klares Filtrat läuft nun ab. Wenn man nicht aufpasst und zu wenig Unfiltrat nachschüttet, rutscht die Anschwemmschicht an der Beutelwand ab und es muß neu angeschwemmt werden...
Filtriert wird so lange bis die Durchlässigkeit der Anschwemmschicht merklich nachläßt.

Weitere Informationen als pdf von C-Schliessmann

Kerzenfilter

Der Vorteil der Kerzenfilter ist, daß das zu filtrierende Destillat nicht erst einer Kühlung unterzogen werden muß. Auch das Problem einer Verschiebung der eingestellten Alkoholkonzentration durch gewässerte Filterschichten fällt beim Kerzenfilter weg.

Beispiel: der CALIDUS Kerzenfilter von Schliessmann
Beim Calidus Kerzenfilter wird das Unfiltrat mit einer Kreiselpumpe durch eine Filterkerze gedrückt. Diese besteht für Kernobstbrände aus Kokosnussschalengranulat, verpresst mit Kieselgur und einem lebensmittelechten Kunststoff.  Damit ist ein optimales Filtrationsergebnis bei minimalem Aromaverlust möglich. Der Trub lagert sich dabei in der Kerze ab. Um Aromaverschleppungen zu vermeiden ist es wichtig für jede Obstsorte eine eigene Filterkerze zu verwenden.

Filterkerzen sollten nach Herstellerangaben je nach Größe nach 350 bis 700l ausgetauscht und nicht erschöpfte Kerzen bis zur Wiederverwendung in neutralem Alkohol gelagert werden. Hierfür werden auch geeignete Behältnisse angeboten.

Weitere Informationen zum CALIDUS Kerzenfilter

CALIDUS Wechselfilterelement von Schliessmann

Eine dem CALIDUS Kerzenfilter entsprechnede Kartusche, ohne Pumpe, zur Verwendung mit anderen Filtertypen. Wer also über einen Rundfilter bzw. Schichtenfilter verfügt und auch mit einem Kerzenfilter filtrieren möchte kann das CALIDUS Wechselfilterelement mit der vorhanden Pumpe nutzen.

Die Anwendung entspricht natürlich dem CALIDUS Kerzenfilter.
Weitere Informationen zum CALIDUS Wechselfilterelement

Rundfilter für Tiefenschichtenfilter

Die momentan wohl beliebteste Möglichkeit zu Filtrieren.

Die Rundfilter sind in 14cm Durchmesser und 22cm Durchmesser erhältlich und stammen ursprünglich aus der Getränkeindustrie. Zwei bis vier runde Tiefenfilterschichten (je nach Anwendung) werden in den Rundfilter eingelegt. Die grobe Filterseite nach innen, die feine Seite nach außen. Das Unfiltrat wird mittels Kreiselpumpe durch die Filterschichten gedrückt. Diese Tiefenfilterschichten bestehen aus fein fibrellierten Cellulosefasern. Mit Kieselgur und Perliten erreicht man verschiedene Klärschärfen. Mit den Filterschichten der Selektreihe von Begerow können sogar gezielt langkettige Fettsäureester entfernt werden und die Produkte damit verbessert werden.

Tiefenfilterschichten müssen gewässert werden und zwar je nach Anzahl der Schichten gründlich mit etwa 50l Wasser je m² Filterschicht. Das filtrierte Wasser darf nicht mehr papierartig - fad schmecken. Ungewässerte oder schlecht gewässerte Filterschichten können unter Umständen das Destillat verderben.

 

 

Plattenfilter für Tiefenschichtenfilter

Für große Mengen eignen sich Plattenfilter. Sie werden mit Tiefenfilterschichten 20x20cm oder 40x40cm bestückt. Diese werden in variabler Anzahl zwischen die Filterplatten eingelegt und über Schrauben zusammen gedrückt. Über eine Pumpe wird dann das Unfiltrat durch die Filterschichten gedrückt und filtriert. So können je nach Fabrikat bis zu 250l / Stunde filtriert werden.

Auch die Filterschichten der Plattenfilter müssen gründlich gewässert werden. Erst wenn das filtrierte Wasser frei von papierartigem Fremdgeschmack ist, soll mit der Filtration des Destillats begonnen werden. Da durch das Wässern der Alkoholgehalt verändert wird, muß mit hochprozentigem Destillat der Alkoholgehalt korrigiert werden.

 

Wissenswertes zu Tiefenfilterschichten:

Hier noch einmal zusammengefasst:

- Tiefenfilterschichten bestehen aus fibrillierter Cellulose. Mit Kieselgur und Perlite wird eine bestimmte Klärschärfe erreicht. Die neuste Generation Tiefenfilterschichten Beco Pad von Begerow besteht auschließlich aus Cellulose und ist sogar kompostierbar.

- Selektive Filterschichten entfernen die langkettigen (C12 bis C18) Fettsäureester aus dem Filtrat während die aromagebenden, kurzkettigen (C6 bis C10) Fettsäureester im Filtrat verbleiben.

- Tiefenfilterschichten funtionieren nur in eine Richtung, deshalb die Schichten richtig einlegen! Grobe Seite = Unfiltrat, Feine Seite = Filtrat

- Tiefenfilterschichten müssen gewässert werden. Erst wenn das filtrierte Wasser keinen papierartigen Fremdgeschmack mehr aufweist wird mit der eigentlichen Filtration begonnen

- Da durch das Wässern der eingestellte Alkoholgehalt verändert wird, muß zu Beginn Filtrat abgetrennt werden (bis das Wasser aus den Filterschichten verdrängt ist), oder später mit hochprozentigem Destillat korrigiert werden

- Tiefenfilterschichten sollten, auch wenn sie nicht ausgenutzt wurden, entsorgt werden. Keinesfalls aufbewahren und erneut verwenden!

- Für jede Obstart sollte eine neue Filterschicht verwendet werden, da es ansonsten zu Aromaverschleppungen kommen kann

 

Aufgrund der Aromaschonung bei der Filtration sollten bei hochwertigen Edelbränden und Likören nur selektive Filterschichten verwendet werden. Diese Schichten lassen kurzkettige (aromarelevante) Fettsäureester durch den Filter, während langkettige Fettsäureester, Fuselöle und Metall- und Mineralientrübungen festgehalten werden. Dazu kommt, daß diese Filterschichten bis zu 8°C Filtrattemperatur eingesetzt werden können und damit eine aufwendige Kühlung entfallen kann. Es ist also mit selektiven Filterschichten erstmals möglich ein Destillat nicht nur von Trübungen zu befreien sondern sogar eine Aromaverbesserung zu bewirken. Selektive Filterschichten wurden erfolgreich bei Apfelbränden, Birnenbränden und Steinobstbränden eingesetzt. Erfolgreiche Brennereien verwenden zwischenzeitlich aber ausschließlich und für alle Brände diese Filterschichten.

Üblicherweise werden

Beco Select A 20 für Edelbrände

Beco Select A 40 für Liköre

verwendet.

 

 

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