Die Filtration

Je hochprozentiger ein Destillat ist, umso mehr Trubstoffe können darin gelöst sein. Beim Herabsetzen wird die Löslichkeit geringer, die Trubstoffe fallen aus, das Destillat wird trübe. Auch die Temperatur spielt bei der Löslichkeit eine Rolle. Bei tiefen Temperaturen sinkt ebenfalls die Löslichkeit, es fallen Trubstoffe aus. Um ein dauerhaft klares Destillat zu erhalten setzen wir es also auf Trinkstärke herab und unterziehen es einer Kühlung bevor wir die Trubstoffe durch Filtration entfernen.
 

Da mit dem Filtration immer auch Aroma verloren geht, gilt es genau abzuwägen wie weit die Filtration gehen soll. Bei  sauber gebrannten Destillaten ist oft ohne Filtration selbst bei Kühlung kaum eine Trübung festzustellen. Um hier das Aroma zu schonen sollte nur kurz bis etwa 0°C gekühlt werden.

Bei den aromareichen Williamsbränden ist eine Filtration mit Klarplatten (Rundfilter) bei Zimmertemperatur sinnvoll, solange der Konsument das Destillat nicht aus dem Kühlschrank serviert. Mit mehrtägiger Kühlung auf 0°C und anschließender Filtration wird eine spätere Trübung zwar vermieden, aber viel mühsam gewonnenes Aroma geopfert. Wer für Privatkundschaft produziert sollte seine Kundschaft ruhig auch ein wenig "erziehen".

Die meisten Obstbrände verlieren nicht merklich an Aroma wenn sie einiger Tage bei 0 bis -5 °C gekühlt und anschliessend filtriert werden.

Mit welchem Gerät filtriert wird hangt von der Menge bzw. der Betriebsgöße ab. Kleinstmengen können mit einem Poly-Fix-Filter und Faltenfiltern mit feinen Poren bewältigt werden. Die einfache Ausführungen des Rundfilters oder die Möglichkeit des Anschwemmfilters sind für kleinere Mengen geeignet. Für größere Mengen leistet ein Rundfilter mit verschiedenen Tiefenfilterschichten gute Dienste. Für große Mengen kommen Plattenfilter und passende Tiefenfilterschichten zum Einsatz. Auch Kerzenfilter sind eine interessante Alternative. Allerdings sollte für jede Destillatart eine eigene Kerze verwendet werden und die Kerzen rechtzeitig ausgetauscht werden.

Wichtig ist, sich daß beim Filtrationsvorgang das Unfiltrat nicht erwärmt und der Kühlungseffekt verloren geht.

Bei Verwendung von Tiefenfilterschichten ist immer mit einer Verschiebung des eingestellten Alkoholgehaltes zu rechnen. Tiefenfilterschichten müssen vor Verwendung gewässert werden. So ist entweder eine ausreichende Menge Filtrats bei Beginn abzutrennen (bis das Filtrat das Wasser aus den Filterschichten verdrängt hat) oder mit hochprozentigem Unfiltrat (es sind nur geringe Mengen nötig) der Alkoholgehalt wieder exakt einzustellen. Wer die zweite Möglichkeit wählt muß bei Herabsetzen mitdenken und hochprozentiges Destillat dafür aufsparen. Manche Brenner stellen den Alkoholgehalt deshalb auch nur in etwa (1-2 % vol unter gewünschtem Endwert) ein und stellen die exakte Alkoholkonzentration erst nach dem Filtrieren ein.

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